In Verbindung bleiben

unternehmer-deutschlands.de

Persönlichkeiten

Unternehmertum & Innovation: Zukunft neu gedacht!

In Zeiten, in denen Geschäftsmodelle schneller veralten als je zuvor, reicht klassische Innovation nicht mehr aus. Unternehmen brauchen Menschen, die innerhalb etablierter Strukturen wie Gründerinnen und Gründer denken, also mit Eigeninitiative, Risikobereitschaft und dem Willen, Dinge anders zu machen. Intrapreneurship nennt sich diese Form des unternehmerischen Handelns innerhalb bestehender Organisationen. Es geht nicht nur darum, neue Ideen zu entwickeln, sondern diese auch gegen Widerstände durchzusetzen, Ressourcen zu mobilisieren und Verantwortung zu übernehmen. Während Innovation das „Was“ beschreibt, also neue Produkte, Prozesse, Geschäftsmodelle, liefert Intrapreneurship das „Wie“: den Mindset und das organisatorische Rahmenwerk, um Neues tatsächlich zu realisieren.

Was Intrapreneurship von klassischer Innovation unterscheidet

Innovation beschäftigt sich mit der Entwicklung neuer Ideen. Sie findet in Entwicklungsabteilungen statt, in Workshops, in Strategiepapieren. Intrapreneurship setzt dort an, wo Innovation oft scheitert: bei der Umsetzung. Es fordert, Verantwortung zu übernehmen, kalkulierte Risiken einzugehen und interne Ressourcen zu mobilisieren. Intrapreneure agieren wie Gründerinnen und Gründer, nur mit dem Unterschied, dass sie auf die Infrastruktur, das Netzwerk und die Reichweite eines etablierten Unternehmens zurückgreifen können.

Diese Verbindung macht den Unterschied. Intrapreneurship wird zur strategischen Ressource, die Transformationsprozesse antreibt und eine Kultur kontinuierlicher Innovation etabliert. Beide Konzepte ergänzen sich: Innovation braucht Intrapreneurship, um aus der Theorie in die Praxis zu gelangen. Ohne intrapreneurialen Antrieb bleiben Ideen Entwürfe.

Die Rolle von Intrapreneurship für Corporate Innovation

Große Unternehmen kämpfen mit strukturellen Nachteilen: Hierarchien verlangsamen Entscheidungen, Risikoaversion bremst Experimente, Trägheit erstickt neue Ansätze. Intrapreneurship durchbricht diese Muster, indem es Mitarbeitende befähigt, wie interne Unternehmer zu agieren. Es schafft ein Ökosystem innovativer organisatorischer Entscheidungen, das bedeutet neue Strukturen, Governance-Modelle und auch Anreizsysteme, das kontinuierliche und radikale Innovation ermöglicht.

Unternehmen, die Intrapreneurship systematisch fördern, gewinnen an Wettbewerbsfähigkeit und Anpassungsfähigkeit. Sie balancieren das Erschließen neuer Geschäftsfelder mit der Optimierung des Kerngeschäfts. Diese Balance entscheidet darüber, ob Innovationen im Alltag ankommen oder als Pilotprojekte versanden. Organisationen, die Innovationskraft gezielt entwickeln, schaffen Rahmenbedingungen, in denen intrapreneuriales Handeln zur Normalität wird.

Profile erfolgreicher Intrapreneure

Intrapreneure vereinen mehrere Kernmerkmale. Sie denken unternehmerisch: proaktiv, eigeninitiativ, bereit, kalkulierte Risiken einzugehen. Sie hinterfragen bestehende Routinen und suchen nach besseren Lösungen. Gleichzeitig sind sie tief kundenorientiert. Sie kennen die Bedürfnisse ihrer Zielgruppen und entwickeln Lösungen, die tatsächlich genutzt werden.

Kollaboration gehört zu ihrem Handwerk. Sie bauen Beziehungen über Bereichsgrenzen hinweg auf, nutzen unterschiedliche Expertisen und mobilisieren funktionsübergreifende Teams. Ihre Haltung ist lern- und wachstumsorientiert: Sie experimentieren kontinuierlich, iterieren schnell und verbessern ihre Ansätze basierend auf Feedback. Diese Kombination aus unternehmerischem Geist, Kundenorientierung und kollaborativer Intelligenz macht sie zu Motoren organisationalen Wandels.

Kulturelle Voraussetzungen: Der Nährboden für Innovation

Intrapreneurship gedeiht nur in einem Umfeld, das Experimentieren und Lernen aus Fehlern fördert. Eine unternehmerische, dynamische Kultur schafft Raum für „safe-to-fail“-Experimente. Fehlertoleranz wird zur Grundhaltung. Hierarchien werden aufgebrochen, Offenheit und interdisziplinäre Zusammenarbeit gefördert.

Ein Growth Mindset prägt das Denken: Mitarbeitende begreifen Herausforderungen als Lernchancen, nicht als Bedrohungen. Agile Arbeitsweisen beschleunigen Entscheidungsprozesse. Unternehmerisches Denken wird explizit auf allen Ebenen gefördert und zwar nicht als Lippenbekenntnis, sondern als gelebte Praxis. Kultureller Wandel beginnt mit der Frage: Welche Verhaltensweisen belohnen wir tatsächlich?

Strukturelle und organisatorische Erfolgsfaktoren

Intrapreneurship braucht mehr als guten Willen. Es braucht strukturelle Verankerung. Organisationen, die Innovation ernst nehmen, schaffen geschützte Entwicklungsräume: interne Startups, Corporate Ventures, formalisierte Intrapreneurship-Programme mit internen Pitches und Venture-Fonds. Diese Strukturen erlauben es, neue Geschäftsmodelle zu testen, ohne das Kerngeschäft zu gefährden.

Klare Prozesse regeln Identifikation, Finanzierung und Skalierung von Projekten. Cross-funktionale Teams treiben Innovationen vom Konzept bis zur Marktreife. Governance-Strukturen balancieren Kern- und Innovationsgeschäft. Zeit, Budget und Zugang zu internen sowie externen Netzwerken werden bereitgestellt. Agile Methoden, also kurze Zyklen, schnelles Feedback, iterative Entwicklungen beschleunigen das Lernen. Der Weg von der Idee zur Marktreife verlangt systematische Unterstützung, keine spontanen Initiativen.

Interne Startups als Innovationstreiber

Interne Startups operieren innerhalb der Organisation, aber mit eigenständigen Strukturen und Prozessen. Sie testen neue Geschäftsmodelle und Technologien mit höherer Geschwindigkeit und größerer Risikobereitschaft, als es im Kerngeschäft möglich wäre. Sie modellieren neue Arbeitsweisen und kulturelle Muster, die später auf die Gesamtorganisation übertragen werden können.

Ein führender Technologiekonzern nutzt interne Startups, um organisationalen Wandel voranzutreiben. Teams arbeiten mit Startup-Methoden: kurze Entwicklungszyklen, direkter Kundenkontakt, schnelles Scheitern und Neuausrichtung. Diese Einheiten unterstützen nicht nur kontinuierliche Innovation, sie verändern auch die Art, wie die Organisation insgesamt arbeitet. Interne Startups sind Experimentierfelder und Katalysatoren zugleich.

Ressourcen, Wissen und Anreizsysteme

Wissen wird zur strategischen Ressource. Unternehmen, die interdisziplinäre Zusammenarbeit fördern und Wissensaustausch systematisch organisieren, entwickeln Wettbewerbsvorteile. Übergreifende Aktionen unterschiedlicher Fachbereicheführen zu neuen Geschäftsmodellen und unkonventionellen Lösungen.

Anreizsysteme entscheiden darüber, ob intrapreneuriales Handeln belohnt oder bestraft wird. Effektive Systeme honorieren innovatives Verhalten: durch Beteiligung am Erfolg neuer Ventures, durch Sichtbarkeit, durch Autonomie. Intrapreneuriale Karrierepfade ermöglichen es Talenten, wiederholt Innovationsinitiativen zu führen, ohne die Organisation verlassen zu müssen. Integration in Leistungsbeurteilung und Karriereentwicklung signalisiert: Erneuerung hat Priorität. Organisationen, die den Druck zur Transformation verstehen, gestalten ihre Anreizsysteme entsprechend.

Herausforderungen und Grenzen

Implementierung scheitert oft an etablierten Strukturen. Starke Hierarchien, starre Prozesse und ausgeprägte Risikoaversion blockieren intrapreneuriale Initiativen. Ohne die richtige Kombination aus Kultur, Governance, Anreizen und Ressourcen bleiben Programme kurzlebig. Skalierung gelingt nur mit systematischer Unterstützung.

Die zentrale Herausforderung bleibt die Balance zwischen Kerngeschäft und Innovation. Effizienz und Standardisierung kollidieren mit Experiment und Unsicherheit. Dieses Spannungsfeld lässt sich nicht auflösen, nur managen. Unternehmen, die beide Modi nebeneinander ermöglichen, schaffen Raum für Wachstum ohne das Bestehende zu gefährden.

weiter lesen

weitere Artikel in Persönlichkeiten

oben