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Michael Hater

Interview

Anlagevermittler Michael Hater: Der Kunde im Fokus

Auf zum entspannten Ruhestand

Ein mutiger Schritt: Michael Hater hat gewagt, wovor viele zurückschrecken. Er gab Anfang 2000 seinen sicheren Job in der Bank auf, um selbstständiger Anlagevermittler zu werden. Heute führt er erfolgreich die Beratungslounge und setzt das Wohl seiner Kunden an erste Stelle. Für ihn liegt das Fundament einer rentablen Geldanlage auf der Hand: „Gute Investments basieren auf einer individuellen Beratung und einer langfristigen Kundenbindung.“

Michael Hater betrachtet das heutige Anlageverhalten kritisch. Über 43 % der Deutschen sammeln ihr Geld immer noch auf dem Sparbuch oder dem Girokonto. Er sieht darin erhebliche Risiken: Durch Inflation und Negativzinsen schwinden die Chancen auf einen entspannten Ruhestand mit einem ausreichenden finanziellen Polster.

Mit Unternehmer Deutschlands hat Michael Hater, Gründer und Geschäftsführer der Beratungslounge in Essen, über seinen Sprung in die Selbstständigkeit und über die richtige Geldanlage für einen entspannten Ruhestand gesprochen.

Michael Hater im Interview mit Unternehmer Deutschlands

Herzlich willkommen bei Unternehmer Deutschlands, Michael Hater. Sie haben früher in einer Bank gearbeitet, eigentlich ein sicherer Job. Warum der Sprung in die Selbstständigkeit?

Beratungslounge Essen - Michael HaterIch habe schon während meiner Zeit in der Bank gelernt, dass die gesetzliche Rente alleine nicht ausreichen wird. Somit musste ich starke Investitionsmöglichkeiten finden, um die Rentenlücke im Alter zu schließen oder zumindest zu verringern. In der Ausbildung schloss ich dafür eine private Rentenversicherung ab. Allerdings habe ich sie nach der Ausbildung direkt wieder gekündigt, da ich darin kein Potenzial sah.

Das Schlüsselerlebnis für die kundenorientierte Ausrichtung, die ich heute in meiner Selbstständigkeit anbiete, hatte ich nach einem Beratungsgespräch in der Bank. Ein älterer Herr sagte mir, dass er bereits seit 17 Jahren Kunde dieser Bank sei. Und ich wäre schon der zehnte Berater. Wie sollte so eine Bindung zustande kommen, bei der der Kunde vertrauensvoll seine Bedürfnisse schildert, ihm dadurch das passgenaue Modell für die Geldanlage vorgeschlagen und er dauerhaft betreut wird?

Zudem setzte damals der Druck langsam ein, die Abschlüsse stärker an den Zielvorgaben der Bank und weniger an den Bedürfnissen des Kunden auszurichten. Dieser Druck hat in den letzten Jahren je nach Institut noch deutlich zugenommen. Ich sage den Kunden heute immer: Fragen Sie doch mal ihren Bankberater nach seiner eigenen Rentenversicherung. In den seltensten Fällen haben die Berater selbst genau die gleichen Anlagen, die sie den Kunden empfehlen.

Den finalen Entschluss zu meiner Selbstständigkeit fasste ich nach der Fusion meiner Bank mit einem anderen Institut. Wenn man heute den Kunden noch erzählt eine breite Angebotspalette an Fondsgesellschaften zu haben und am Morgen nach der Fusion nur noch Fonds einer einzigen Gesellschaft anbietet, hat das für mich etwas mit dem Verlust von Glaubwürdigkeit zu tun. Das konnte und wollte ich nicht mehr verantworten. Vielmehr war es mir ein inneres Anliegen, dass die Kunden bei mir langfristig eine vertrauensvolle Beratung mit einer breiten Angebotspalette erhalten.

„Direkt nach der Firmengründung platzte die Dotcom-Blase!“

Und nach Ihrer Kündigung? Wie war Ihr Start in die Selbstständigkeit? Wahrscheinlich nicht reibungslos, oder?

Naja, die Kündigung an sich war kein Problem und die Firmengründung mit einem guten Freund aus Ausbildungszeiten auch nicht. Aber kurz nach Beginn der Selbstständigkeit 2000 platzte die Dotcom-Blase. Mit der Folge, dass die Aktienmärkte einbrachen, wofür ich eigentlich warb. Viele Kunden hatten mit Verlusten in ihren Depots zu kämpfen. Es wurde nahezu unmöglich unseren ursprünglich geplanten Business-Plan umzusetzen. Für mich war das ein schwerer Start in meine eigene Selbstständigkeit.

So waren wir Mitte 2001 gezwungen, uns weitere Tätigkeitsfelder zu erschließen. Nur so konnten wir das Unternehmen am Laufen halten. Wir stiegen im Oktober 2001 als Business Consultants in das Projektgeschäft bei Banken und Finanzdienstleistern ein. So arbeitete ich drei bis vier Tage meist in Frankfurt oder München als freier Berater. Sozusagen das Bindeglied zwischen Fachabteilungen und IT-lern. Das hatte den Vorteil immer am Ball zu sein, was die Banken an neuen Produkten und Dienstleistungen auf den Markt brachten.

Abends und am Freitag kümmerte ich mich um unsere Bestandskunden und deren Geldanlagen. 2004 kamen dann noch Versicherungen hinzu und 2008 das Thema Baufinanzierungen. Zusätzlich gab es natürlich auch noch jede Menge regulatorische Vorgaben umzusetzen, z.B. die Vorgaben des Datenschutzes oder der MiFID.

Können Sie sich heute vollständig auf die Beratungslounge konzentrieren oder arbeiten Sie nach wie vor als externer Berater?

Seit der Corona-Krise bin ich nur noch für mein eigenes Unternehmen tätig. Zum Glück sind wir gut durch diese Zeit gekommen, auch wenn sich die Art zu beraten über unser Onlineangebot schon ein gutes Stück geändert hat. Die Zahl der Kunden wächst stetig – überwiegend durch Weiterempfehlungen. Deshalb habe ich vor wenigen Monaten noch ein zweites Büro in Bottrop eröffnet.

„Ich stehe für eine stabile, langfristige, vertrauensvolle und ehrliche Rund-um-Betreuung in Sachen Finanzen.“

Das klingt ja vielversprechend. Was genau bieten Sie Ihren Kunden mit der Beratungslounge?

Beratungslounge Bottrop - Michael HaterIch vermittle nach wie vor Geldanlagen, Versicherungen und Baufinanzierungen. Allerdings ist der Anteil der Geldanlagen in den vergangenen Jahren stark gewachsen.

Aus meiner Sicht gibt es drei Typen von Kunden: als Erstes die risikoaversen Kunden, die ihr ganzes Vermögen bei der Bank oftmals niedrig verzinst auf Konten horten. Sie sind überzeugt, dass es dort sicher und gut aufgehoben sei.

Dann die Anleger, die ihre Finanzgeschäfte in Eigenregie machen und keine externe Hilfe in Anspruch nehmen möchten. Und am Ende die Menschen, die eine Alternative zur Bank suchen. Ihnen selbst fehlt es weitestgehend am Verständnis der Finanzbegriffe und den Zusammenhängen zur Geldanlage. Das sind genau die Kunden, mit denen wir zusammenarbeiten.

Ich muss immer wieder feststellen, wie gering heute noch die Finanzbildung bei vielen Menschen in unserem Land ist. Das Thema Zinseszins lernt jeder Schüler am Anfang einer weiterführenden Schule. Doch was der Zinseszins für Auswirkungen auf den Vermögensaufbau hat, wissen die wenigsten. Vor einiger Zeit habe ich dort einen Weiterbildungskurs zum Thema Geldanlage und Vermögensaufbau gegeben. Es war erstaunlich, wie auf einmal das Desinteresse an der vermeintlich trockenen Thematik verschwand, als ich den Schülerinnen und Schülern vorrechnete, wie sich eine Geldanlage in Aktien, allein durch den Zinseszinseffekt, positiv entwickeln kann.

Der Schulstoff gerät erfahrungsgemäß bei den meisten nach und nach in Vergessenheit. Darum beginnt mein Angebot bei einer reinen Einnahmen- und Ausgabenanalyse. Die meisten Kunden haben keinen Blick dafür, was monatlich für Kosten entstehen und sind überrascht, wenn plötzlich die Jahresgebühr für die Autoversicherung im Januar auf dem Konto fehlt. Ich beginne daher mit meinen Kunden immer mit einem kostenlosen Beratungsgespräch. Darin zeige ich ihnen die Effekte auf, die der Zinseszins bei einer langfristigen Anlage bewirken kann. Erst wenn ich weiß, was sie investieren können und wollen, präsentiere ich ihnen passende Optionen.

Ich stehe für eine stabile, langfristige, vertrauensvolle und ehrliche Rund-um-Betreuung in Sachen Finanzen, meist über lange Zeiträume und teilweise auch Generationen hinweg.

Bieten Sie die Beratung dann nur in Essen und Bottrop vor Ort an?

Nein, potenzielle Kunden können online mit mir einen Termin buchen. Ich agiere deutschlandweit. Ich habe unter anderem heute viele Kunden aus meiner Zeit als externer Berater, weil ich sie mit meinem Konzept begeistern konnte.

Es hört sich so an, als ob Sie viel zu tun haben. Bleibt Ihnen dann überhaupt noch Zeit, um Ihre eigenen Anlagen zu pflegen?

Was die Anlagen betrifft, bin ich teilweise der Vortester für meine Kunden. Ich schaue mir neue Produkte und Anbieter an. Dabei entdecke ich für mich selbst die ein oder andere Chance, die in mein Portfolio passt. Natürlich empfehle ich Produkte nur dann an meine Kunden weiter, wenn ich von der Anlageform überzeugt bin und sie schon selbst abgeschlossen habe.

So habe ich mich inzwischen zum Spezialisten im Thema Private Equity Anlagen für Privatkunden entwickelt. Eine gute Anlagechance in der heutigen Zeit, die früher meist nur reichen Family Offices oder institutionellen Anlegern zur Verfügung stand. Eine gute langfristige Geldanlage sollte heute 7 % p.a. im Schnitt ermöglichen. Mit Private Equity ist das denkbar. Wir arbeiten hier mit den beiden Marktführern in Deutschland zusammen.

Das klingt nach interessanten Modellen. Teilen Sie Ihr umfangreiches Wissen darüber eigentlich nur im Direktgespräch mit Ihren Kunden oder nutzen Sie auch andere Kanäle?

Ein Kanal ist sicherlich unser Finanzblog auf der eigenen Homepage sowie unsere Kundenpublikation Finanzen Inside. Aber ich möchte das Thema mit den weiteren Schulungen und Workshops im laufenden Jahr z.B. zum Thema Private Equity in unserem neuen Büro anbieten.

Mir liegt es am Herzen, Menschen zu helfen und die Finanzbildung voranzutreiben. Ich rate beispielsweise meiner Nichte und meinem Neffen, dass sie schon heute ein bisschen Geld monatlich anlegen sollen, damit es Früchte tragen kann. Sie haben gerade die Ausbildung beendet bzw. sind noch dabei. Je früher die jungen Menschen heute beginnen Kapital anzulegen, umso leichter wird es, die eigene Altersvorsorge zu sichern. Allein die Anlage von nur 50 Euro monatlich über 40 Jahre – letztlich ein Arbeitsleben – hinweg ergibt bei einer Rendite von 7 % p.a. dank Zinseszins weit über 120.000 Euro für den Ruhestand.

Selbst habe ich mittlerweile keine Angst mehr vor einer Rentenlücke. In der Betreuung und Beratung meiner Kunden habe ich schon einige Male die Rückmeldung bekommen: „Herr Hater, Sie haben mir einen tollen Produktmix zusammengestellt, den ich so in meiner Bank nie bekommen hätte.“ Das zaubert mir ein Lächeln ins Gesicht. Denn die Anlagewünsche meiner Kunden behandele ich wie meine eigenen: breit gestreut und mit guter Chance auf ordentliche Profite. Ich bin froh über meinen Entschluss zur Selbstständigkeit und würde aus heutiger Sicht jederzeit wieder so entscheiden. Es macht mir Freude den Menschen zu helfen, ihre finanziellen Angelegenheiten selbst in den Griff zu bekommen und dabei ein gutes Gefühl zu haben. Ich kann nur jedem raten, sich für diesen Schritt zu entscheiden.

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